Das Interview nach dem Sieg in Assen


 
Steve im Interview mit Eurosport-Kommentator Fuchs

 
Herr Jenkner, beim 98. Grand-Prix-Start Ihrer Karriere haben Sie Ihren ersten Sieg geholt. Wie groß ist die Erlösung?
Jenkner: Riesengroß. Es ist einfach fantastisch. Der Druck ist zuletzt immer größer geworden. Doch ab jetzt kann ich gelöst sein. Ich habe endlich gezeigt, dass ich es kann und nicht nur fast kann.

Zahlreiche Kritiker, darunter Ex-Weltmeister Dirk Raudies haben Ihnen unterstellt, Sie hätten keine Siegermentalität. Wie groß ist die Genugtuung bei Ihnen?
Jenkner: Diese Kritik hat mir nie jemand ins Gesicht gesagt. Das machen solche Leute nicht. Das Schwierige war nicht der Druck von Außen, sondern der, den ich mir selbst gemacht habe. Wenn man weiß, dass man es eigentlich kann, oft genug nahe dran war und auch ein gewisses Alter erreicht hat, zerbricht man sich schon den Kopf.

Auf dem Sachsenring, direkt vor Ihrer Haustür, bestreiten Sie am 27. Juli Ihren 100. Grand Prix. Dies schien eigentlich das bereitete Feld für Ihren ersten Sieg.
Jenkner: Ja, aber so lange wollte ich auf keinen Fall warten. Denn dann wäre der Druck riesig gewesen. Außerdem war es mir wichtig, vor dieser Marke mal zu gewinnen.

Sie sind das Rennen vom Start weg überraschend forsch angegangen. Was gab den Ausschlag für diese Taktik?
Jenkner: Nach dem letzten Rennen in Barcelona waren alle im Team einig, dass ich fertig bin, um Siege einzufahren. Also habe ich gedacht, probier es. In den letzten Rennen hatte ich bei den Starts immer zwei, drei Fahrer überholt. Und diesmal waren ja nur zwei vor mir. Da bin ich voll losgefahren und vom Start weg wie eine Rakete. Das war der Schlüssel zum Sieg. Danach ging es nur noch darum, die Konzentration zu wahren. Ich habe mich nicht mehr umgedreht.

Wie sehen Sie angesichts von 26 Punkten Rückstand auf Daniel Pedrosa die Chancen im Kampf um den Weltmeister-Titel?
Jenkner: Nun werde ich versuchen, Weltmeister zu werden. Pedrosa ist sehr konstant und stark, aber er ist kein Überfahrer.

Frage: Das nächste Rennen findet am 13. Juli in Donington statt. Wie werden Sie sich darauf vorbereiten?
Jenkner: Ich werde nach Schottland zum Angeln fliegen. Ich brauche jetzt erst einmal Ruhe.


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