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| Steve im Interview mit Eurosport-Kommentator Fuchs |
Zahlreiche Kritiker, darunter Ex-Weltmeister Dirk Raudies haben Ihnen
unterstellt, Sie hätten keine Siegermentalität. Wie groß
ist die Genugtuung bei Ihnen?
Jenkner: Diese Kritik hat mir nie jemand ins Gesicht gesagt. Das machen
solche Leute nicht. Das Schwierige war nicht der Druck von Außen,
sondern der, den ich mir selbst gemacht habe. Wenn man weiß, dass
man es eigentlich kann, oft genug nahe dran war und auch ein gewisses
Alter erreicht hat, zerbricht man sich schon den Kopf.
Auf dem Sachsenring, direkt vor Ihrer Haustür, bestreiten Sie
am 27. Juli Ihren 100. Grand Prix. Dies schien eigentlich das bereitete
Feld für Ihren ersten Sieg.
Jenkner: Ja, aber so lange wollte ich auf keinen Fall warten. Denn
dann wäre der Druck riesig gewesen. Außerdem war es mir wichtig,
vor dieser Marke mal zu gewinnen.
Sie sind das Rennen vom Start weg überraschend forsch angegangen.
Was gab den Ausschlag für diese Taktik?
Jenkner: Nach dem letzten Rennen in Barcelona waren alle im Team einig,
dass ich fertig bin, um Siege einzufahren. Also habe ich gedacht, probier
es. In den letzten Rennen hatte ich bei den Starts immer zwei, drei Fahrer
überholt. Und diesmal waren ja nur zwei vor mir. Da bin ich voll
losgefahren und vom Start weg wie eine Rakete. Das war der Schlüssel
zum Sieg. Danach ging es nur noch darum, die Konzentration zu wahren.
Ich habe mich nicht mehr umgedreht.
Wie sehen Sie angesichts von 26 Punkten Rückstand auf Daniel
Pedrosa die Chancen im Kampf um den Weltmeister-Titel?
Jenkner: Nun werde ich versuchen, Weltmeister zu werden. Pedrosa ist
sehr konstant und stark, aber er ist kein Überfahrer.
Frage: Das nächste Rennen findet am 13. Juli in Donington statt.
Wie werden Sie sich darauf vorbereiten?
Jenkner: Ich werde nach Schottland zum Angeln fliegen. Ich brauche
jetzt erst einmal Ruhe.